Warum Social-Media krank macht

Die Social Media Krankheit

Wie immer im Leben gilt, dass die Dosis das Gift macht und dennoch ist auffallend, dass in den vergangenen Jahren vermehrt von der Social Media Krankheit berichtet wird. Bekannte Begriffe sind in diesem Zusammenhang beispielsweise „Facebook Burnout“, FoMo „Fear of missing out“ und „Social Media Depression“. Lt. dem Webportal Statista ist die Anzahl der Internetuser in Österreich, im Jahr 2020 auf 7,9 Millionen Nutzer gestiegen – das entspricht 88 % der Gesamtbevölkerung. Das Internet ist also in der Gesellschaft angekommen und wie obige Zahlen verdeutlichen, noch viel durchschlagender als vermutet. 50% der Nutzer sind auch auf sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram oder Twitter regelmäßig online.

Wie lange surft der Österreicher im Schnitt

 
Interessant ist auch, dass österreichische Nutzer rund 108 Minuten pro Tag online sind. Das klingt im ersten Moment viel, ist es aber im Vergleich zu anderen Ländern nicht. Der weltweite Durchschnitt liegt bei 194 Minuten oder anders gesagt: über 3 Stunden pro Tag. Gemeint sind hier nicht typische Onlinezeiten im Büro, sondern die private Nutzung des Smartphones oder Laptops.

Social Media Surfing

 
Rund 80 Minuten, der oben genannten 108 Minuten, verbringen Herr und Frau Österreicher auf Social Media Plattformen – 41% nutzen Social Media Plattformen täglich. Das meistbenutzte soziale Netzwerk ist WhatsApp, gefolgt von

Instagram, YouTube und Facebook. Vor allem die 14-29 jährigen sind auf diesen Plattformen aktiv.

Warum Social Media krank macht

 
Klassisch für exzessive Internetnutzung, hier insbesondere Social Media Plattformen, ist die Angst, etwas Wichtiges zu verpassen – auch FoMo genanntfear of missing out. Typischerweise geht es hier weniger um Produkte oder berühmte Persönlichkeiten sondern hauptsächlich, um Aktivitäten von Freunden und Bekannten und das ungute Gefühl etwas zu verpassen, wenn man nicht online ist. Der Vergleich des eigenen Lebens mit jenem der bunten Instagram Bilder liegt auf der Hand und führt oft dazu, dass sich negative soziale Gefühle entwickeln. Bei schwach gefestigten Persönlichkeiten kann dies zu Traurigkeit, Frustration und den Zwang ständig online zu gehen, führen.

Schaffen es die Betroffenen nicht, das Suchtverhalten in Punkto Social Media Nutzung in den Griff zu bekommen, besteht die Gefahr eines sogenannten Social Media Burnouts. Typischerweise fühlen sich Menschen von der Flut an Informationen auf verschiedenen Plattformen überfordert – auch die laufende Erreichbarkeit führt zu einer kontinuierlichen Reizüberflutung, auch aufgrund mangelnder Zeit zu entspannen und um zur Ruhe zu kommen. Derlei Erschöpfungssyndrom, das aufgrund exzessiver Internetnutzung auftreten kann, wird Social Media Burnout genannt.

Vor allem junge Menschen sind gefährdet

 
Eine recht aktuelle Studie aus dem Jahr 2018 mit psychisch erkrankten, jungen Menschen zeigt, dass derlei Personen wesentlich häufiger eine suchtartige Internetnutzung aufweisen. Auch Probleme wie Mobbing, Identitätsschwierigkeiten und Suizidalität treten signifikant häufiger auf. Die Experten weisen auch darauf hin, dass Internetnutzung vor allem dann gesundheitsgefährdend ist, wenn durch die fehlende Zeit Probleme in der Schule oder am Arbeitsplatz auftreten. Ab welchem genauen Zeitpunkt die
Internetnutzung als krankhaft gilt ist jedoch individuell – Symptome können Schlafstörungen oder auch das Aufgeben von bis dato geliebten Freizeitaktivitäten sein.
Und so gilt, wie bereits eingangs erwähnt, dass die sprichwörtliche Dosis, immer auch das Gift macht. Im Zweifelsfall gilt wohl, weniger ist mehr.

am 09.03.2020 von Sabine Schneider erstellt