Mamas Hirn braucht guten Stoff

Welcome to #Momlife

 
„Das Wunder des Lebens begreifen, heißt, es selbst in den Händen zu halten.“
Es gibt unzählige Zitate, wie es ist, Mama zu werden, aber das ist mein Lieblingsspruch. Und er trifft vollkommen zu. Für alle, die mich nicht kennen: Ich bin Tamara, gerade erst 30 geworden, und seit kurzem Mama. Und es ist toll: Mein Sohn, mittlerweile über ein Jahr alt, ist das entzückendste Geschöpf auf dieser Welt. Ich habe das Jahr in Elternkarenz wirklich genossen: Nicht arbeiten gehen zu müssen, sondern mich voll und ganz auf den kleinen Jungen zu kümmern, der gerade erst die Welt entdeckt, war für mich ein großes, wunderbares Abenteuer.

„Mein Hirn ist gaga“


 
Allerdings kam irgendwann der Moment, als ich mich selbst sagen hörte „Mein Gehirn wird schon ganz gaga!“ Die Freundin gegenüber begann zu lachen. Was ich damit meinte? Ein Baby zu haben ist ziemlich anstrengend und härter als jeder Job, den ich jemals gemacht habe. Aber die intellektuelle Herausforderung hält sich in Grenzen. Neben tagtäglichen Gesprächen mit Gleichgesinnten über Babybrei, die besten Feuchttücher und die Anzahl angekackter Windeln hat man irgendwann das Gefühl, neben dem Mamasein auch etwas für sich selbst tun zu wollen. Allerdings ohne in die Arbeit fahren zu müssen – denn ich wollte trotzdem noch 100 % für mein Kind da sein.

Zu cool, um wahr zu sein?

 
Am Anfang probierte ich, mein Gehirn mit Sudoku auf Kurs zu halten, das wurde aber dann doch ziemlich schnell langweilig. Die bessere Lösung? Ein Online-Studium bei der Wirtschaftsakademie Wien. Denn hier könnte ich ohne fixe Arbeitszeiten, ohne meine Wohnung verlassen zu müssen, ohne Druck und in jeder Hinsicht selbstbestimmt eine Weiterbildung starten, die meine Karriere pusht, ohne in die Arbeit gehen zu müssen. Klingt zu schön, um wahr zu sein? Ich konnte es anfangs auch nicht glauben, aber ich wollte es probieren. Das war ich mir selbst schuldig. Denn eines hatte ich mir bereits in der Schwangerschaft versprochen: Ich werde neben dem Mamasein nicht aufhören, mich auch um mich selbst zu kümmern. Gesagt, getan!

Money, money, money.

 
Das Beste dabei: Ich bekam für meine Ausbildung sogar noch finanzielle Unterstützung. Ich hatte mich bei der Elternkarenz für das einkommensabhängige Modell entschieden, das ein Jahr lang ging. Allerdings wollte ich das zweite Jahr auch noch daheim bleiben, um noch mehr Zeit mit meinem Lausbuben zu verbringen. Die Bildungskarenz machte es möglich: Ich blieb ein Jahr in Elternkarenz daheim, und anschließend noch ein Jahr in Bildungskarenz, wo man für die Ausbildung vom Staat in Österreich monatlich eine finanzielle Unterstützung erhält.

Wenn Lausbuben lausern

 
Als Absolventin der Universität Wien hatte ich schon Erfahrungen im selbständigen Lernen, Prüfungen absolvieren und Hausübungen schreiben ohne den erhobenen Zeigefinger eines Lehrers, der einem dauernd im Nacken sitzt. Aber das Studieren mit Kind war dann doch gar nicht so einfach, wie ich es mir vorgestellt hatte. Denn auch wenn mein Einjähriger gerade alleine am Boden saß und glückselig mit seiner Kugelbahn spielte, merkte er instinktiv, wenn ich mich – trotz Bedacht auf absolute Lautlosigkeit – zu meinem Laptop setzte und lernen wollte. Eine Sekunde später zog das Energiebündel schon an meinem Hosenbein und schrie „Mama, Mama!“

Tipps & Tricks einer Mama-Studentin

 
Deshalb kann ich von Mama zu Mama nur eines empfehlen: Zeitmanagement. Organisiere unbedingt Zeit für dich, in der du dich in aller Ruhe auf dein Studium konzentrieren kannst. Zwischen Tür und Angel funktioniert das Lernen nicht, und es stresst dich im Endeffekt mehr als es nützt. Egal ob die Schwiegermama vorbeikommt und ein paar Stunden mit dem Kleinen spielt, die Freundin den Kinderwagen einmal um den Block schiebt oder es am Wochenende einen Papa- Sohn- statt Familienausflug gibt: Hab kein schlechtes Gewissen! Im Endeffekt profitiert auch dein Kind davon, wenn du dich weiterbilden und deine beruflichen Zukunftschancen verbessern kannst.

Bildungskarenz nach Elternkarenz – darauf solltest du achten

 
Wenn du so wie ich das einkommensabhängige Karenzmodell gewählt hast, musst du aufpassen, dass die Bildungskarenz genau am 1. Geburtstag deines Kindes beginnt. Die finanzielle Unterstützung vom AMS erhält man nämlich nur, wenn die Bildungskarenz exakt einen Tag nach dem Ablauf der Elternkarenz beginnt. Wenn das Unternehmen, für das du arbeitest, dir diese Bildungskarenz bewilligt, kannst du ein Jahr lang zu Hause bleiben, dich weiterbilden und Zeit mit deinem kleinen Liebling verbringen. Als eine, die durchgezogen hat, kann ich nur sagen: Lass dir diese Chance nicht entgehen!

am 26.04.2020 von Tamara Gaider erstellt